So help me God / Ni juge, ni soumise

Mockumentary oder Dokumentarfilm? Haben wir es mit einer Parodie zu tun oder ist der dokumentierte Alltag der belgischen Untersuchungsrichterin und ihr zuweilen ironischer Umgang mit Straftätern befremdliche Realität? Beim Filmfest in San Sebastian gab es für die Protagonistin Anne Gruwez eine lobende Erwähnung von der Jury. Entdeckt wurde die belgische Justizbeamtin, die Brüssels Straßen in einer alten Ente unsicher macht, von den zwei französischen Serienmachern Jean Libon und Yves Hinant.

Anne Gruwez ist eine humorvolle wie intelligente Person, die kein Blatt vor den Mund nimmt und sowohl Angeklagten als auch Zeugen, darunter auch schwierigen Fällen, mit einer Mischung aus Distanz, Courage und Empathie begegnet. Im Laufe der Handlung rollt sie den 20 Jahre alten Mord an zwei Prostituierten wieder auf, in der Hoffnung das Verbrechen von einst mit DNA-Analysen von heute aufklären zu können. Achtung: In diesem Zusammenhang werden Bilder einer Exhumierung gezeigt. Auch diese Bilder sind echt.

Drei Jahre lang haben die Regisseure Libon und Hinant die Richterin Anne Gruwez gefilmt. Entstanden ist ein eigenwilliger Dokumentarfilm über eine eigenwillige Justizbeamtin.

Sonntag, 11.11.2018, 19:00 Uhr
Mittwoch, 14.11.2018, 19:00 Uhr

English:

The everyday work of Brussels judge Anne Gruwez ranges from questioning suspects to visiting crime scenes and directing DNA tests in consultation with detectives. So Help Me God observes the events unfolding in the judge’s chambers and beyond, without interviews, commentary or music. Given the nature of the content, it’s remarkable that the filmmakers were allowed to film it all. The personality of the outspoken central character is strikingly offbeat, and she sometimes takes a decidedly politically incorrect tone in her relations with colleagues and suspects. The conversations themselves are also extraordinary: sometimes comical, as the judge asks a sex worker about her clients’ bizarre requests, and sometimes disconcerting, when she listens impassively to the story of a woman who murdered her eight-year-old son. Truth sometimes proves to be far more shocking than fiction. (IDFA)

Sunday 11.11.2018, 7 p.m.
Wednesday 14.11.2018, 7 p.m.

Spielzeiten

Sonntag, 11.11.2018, 19:00 Uhr
Mittwoch, 14.11.2018, 19:00 Uhr

Infos

BEL, FRA 2017

Buch + Regie:
Jean Libon, Yves Hinant

OmeU; 99 Min.
nicht FSK-Geprüft, ab 18 Jahre
Dokumentarfilm

D: Anne Gruwez

Category
2018, Bimovie 24, Dokumentation